Juckender Hautausschlag

Die Haut ist vielen Belastungen ausgesetzt. Mitunter führt allein der Kontakt mit bestimmten Reizstoffen oder Allergenen dazu, dass sich ein juckendes Ekzem entwickelt. Man spricht dann von einer Kontaktdermatitis bzw. einem Kontaktekzem. Das Risiko steigt, wenn die Haut vorgeschädigt ist oder wenn sie permanent gereizt wird. Kann das Kontaktekzem nicht mehr richtig abheilen, besteht die Gefahr einer chronischen Erkrankung.

Unsere Haut kommt mit unzähligen Dingen in Kontakt – Tag für Tag, mal vorübergehend, mal über einen längeren Zeitraum. Manchmal sind Substanzen dabei, die unsere Haut nicht verträgt. Juckende Pickelchen und Bläschen zeigen sich wenige Zeit nach dem Hautkontakt. Der passende Name für diese Hauterkrankung: Kontaktekzem.

Fast alles, was mit unserer Haut in Berührung kommt, kann ein Kontaktekzem auslösen. Die Art der Reaktion auf die auslösenden Stoffe und Substanzen ist jedoch durchaus unterschiedlich. So kann es sich um eine allergische oder eine irritativ-toxische Reaktion handeln.

Keine Bagatellerkrankung!

Hautärzte und Allergologen warnen davor, Kontaktekzeme zu unterschätzen. Auch wenn die Hauterscheinung in den allermeisten Fällen kein bedrohliches Ausmaß annimmt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um – wenn möglich – den Auslöser zu finden, Schutzmaßnahmen zu treffen und eine Behandlung zu beginnen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich ein chronisches Hautekzem entwickelt.

Irritativ-toxisches Kontaktekzem

Ein irritativ-toxisches Kontaktekzem entwickelt sich, wenn die Haut übermäßig gereizt wird. Auslöser können z. B. chemische Substanzen sein oder auch mechanische Reize, Wärme, Kälte und UV-Strahlung. Typische Anzeichen sind sehr trockene, schuppige Hautstellen, Rötungen und Hautrisse rund um die Kontaktstelle. Allerdings sind die Hautschäden meist nicht sofort offensichtlich. Vielmehr ist die Haut zunächst noch in der Lage zu regenerieren. Durch wiederholte Reizungen summieren sich die Schäden jedoch immer mehr auf und die hauteigenen Reparaturmechanismen stoßen an ihre Grenzen. Ist eine bestimmte Reizschwelle überschritten, entstehen Ekzeme.

Allergisches Kontaktekzem

Hinter einem allergischen Kontaktekzem steckt eine Überreaktion des Immunsystems. Nahezu jeder Stoff aus unserer Umwelt kommt als potenzielles Allergen und damit als Auslöser eines allergischen Kontaktekzems infrage. Jeder allergischen Reaktion geht eine Sensibilisierungsphase voran. Das bedeutet, das Immunsystem hat den Stoff bei einem früheren Kontakt als gefährlich eingestuft, so dass es fortan in Alarmbereitschaft ist. Bei erneutem Kontakt kann das Allergen sofort vom Immunsystem erkannt und eine Abwehrreaktion gestartet werden, die zu Entzündungen im umliegenden Gewebe führt. Allerdings muss, selbst wenn eine Sensibilisierung vorliegt, nicht zwangsläufig eine solche Reaktion folgen.

Typisch für ein allergisches Kontaktekzem ist, dass die Symptome erst mehrere Stunden nach dem Allergenkontakt auftreten. Es beginnt mit einer Rötung der Haut an der Kontaktstelle. Anschließend lagert sich Wasser im Gewebe ein und es bilden sich Schwellungen, Bläschen, nässende Wunden oder auch Schuppen. Dies ist zumeist von heftigem Juckreiz begleitet. Im weiteren Verlauf kann es zu schmerzhaften Einrissen und zu einer Verdickung der Haut kommen. Im Gegensatz zum toxischen Kontaktekzem gibt es oft auch keine klare Abgrenzung. Das heißt, die Hauterscheinungen können auch an Stellen auftreten, die keinen direkten Kontakt zum Allergen hatten.

Nicht selten entwickelt sich ein allergisches Kontaktekzem, wenn die Haut bereits geschädigt und angegriffen ist. Es kann z. B. sein, dass ein irritatives Kontaktekzem Wegbereiter für die Sensibilisierung und die allergische Reaktion ist.

Zu den häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie gehört Nickel, mit dem man z. B. über Modeschmuck, Gürtelschnallen oder Knöpfe in Kontakt kommt. Auch in Kosmetikprodukten stecken viele potenzielle Allergene, angefangen bei Duft- und Konservierungsstoffen bis hin zu Pflanzenextrakten.

Handekzem

Wie man sich leicht vorstellen kann, entwickeln sich Kontaktekzeme besonders häufig an den Händen. Die Haut ist hier starken Belastungen ausgesetzt: Regelmäßiges Händewaschen, Hantieren mit Reinigungsmitteln, Kontakt mit hautschädigenden Substanzen sowie mechanische Reizungen greifen die Haut so an, dass ihre eigenen Schutz- und Reparaturmechanismen versagen. Handekzeme zählen zu den häufigsten Hauterkrankungen. Man schätzt, dass in Deutschland etwa jeder Zehnte die Erkrankung aus eigener Erfahrung kennt.

Umfangreiche Informationen zum Handekzem finden Sie auf unserer Website: https://www.dha-handekzem.de

Diagnose und Behandlung

Da die Krankheitszeichen eines Kontaktekzems nicht ganz eindeutig sind, wird der Hautarzt zunächst andere Hauterkrankungen, z. B. eine Pilzinfektion oder Schuppenflechte, ausschließen. Anschließend geht es auf die Suche nach den möglichen Auslösern des Ekzems. Hier sind die Patienten gefordert zu überlegen, mit welchen Stoffen sie wann in Berührung gekommen sind. Besteht der Verdacht auf ein allergisches Kontaktekzem, wird der Arzt verschiedene Allergietests durchführen.

Ganz gleich, ob es sich um ein irritativ-toxisches oder um ein allergenes Kontaktekzem handelt, der Schutz der Haut ist die wichtigste und erste Behandlungsmaßnahme. Konnten die auslösenden Faktoren ermittelt werden, so sollte man den Hautkontakt mit diesen Substanzen unbedingt meiden.

Um anhaltende Hautschäden und einen chronischen Verlauf zu verhindern, müssen die Ekzeme rasch zur Abheilung gebracht werden. Abhängig vom akuten Hautzustand, verordnet der Arzt wirkstoffhaltige Cremes oder Salben, die juckreizlindernd, desinfizierend, antiseptisch oder entzündungshemmend wirken. Darüber hinaus sollte man dafür sorgen, dass die Haut nicht zusätzlich belastet und gereizt wird, und sie bei der Regeneration unterstützen.

Risiko für Infektionen

Geschädigte Haut birgt immer das Risiko, dass Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze leichter eindringen können und zusätzliche Entzündungen auslösen.

Hautschutz und Hautpflege

Bei der Pflege und beim Schutz der Haut kommt die Hautbarriere ins Spiel. Damit ist der Verbund aus Hautfetten und Hautzellen in der obersten Hautschicht gemeint. Ein intakter Verbund bildet eine wirkungsvolle Barriere für hautschädigende Stoffe und sorgt dafür, dass die Haut nicht austrocknet. Die tägliche Pflege der Haut mit regenerierenden und stabilisierenden Fett- und Feuchthaltestoffen schafft die Basis für eine stabile Hautbarriere.

Das reicht allerdings nicht immer aus. Denn es gibt eine Reihe von Faktoren, die die Hautbarriere angreifen. Dazu gehören die falsche oder zu häufige Hautreinigung, häufiger Kontakt mit Wasser, Seifen, Reinigungsmitteln, Lösemitteln, Säuren und Laugen oder auch oberflächliche Verletzungen durch Druck oder Reibung. Insbesondere an den Händen braucht es oft zusätzlichen Schutz durch z. B. Handschuhe.

Kontaktdermatitis als Berufsrisiko

In einigen Berufen und Arbeitsbereichen lässt sich der Umgang mit Stoffen, die hautschädigendes Potenzial haben, kaum vermeiden. Der Hautschutz ist dann ein wichtiger Teil des Arbeitsschutzes. Das betrifft auch Friseurinnen und Friseure. Sie haben ein hohes Risiko für ein irritativ-toxisches oder allergisches Handekzem. Zum einen greift der häufige Kontakt mit Wasser den natürlichen Schutzfilm der Haut und die Hautbarriere an. Zum anderen hantieren sie mit verschiedenen Haarkosmetikprodukten, die hautreizende oder allergieauslösende Stoffe enthalten können. In der Europäischen Union sind Sicherheitsanforderungen an Kosmetika durch die EU-Kosmetikverordnung geregelt. Allerdings dienen üblicherweise die Anwendungen von „Normalverbrauchern“ als Grundlage der Sicherheitsbewertungen. Ein internationales Forscherteam aus Deutschland, Dänemark, Kroatien und den Niederlanden hat im Rahmen einer aktuellen Untersuchung festgestellt, dass die beruflichen Risiken im Friseurhandwerk dadurch nur unzureichend berücksichtigt werden. Ihre Analyse hat u. a. gezeigt, dass Friseure pro Tag etwa 13- mal häufiger mit Shampoo, 19-mal häufiger mit Conditioner und über einen Zeitraum von einem Monat bis zu 78-mal häufiger mit oxidativen Haarfärbemitteln in Berührung kommen. Damit besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass die Reizschwelle der Haut überschritten wird und sich ein Kontaktekzem entwickeln kann.

Es gibt noch weitere Handwerksberufe mit hohem Risiko für Handekzeme. Dazu gehören u. a. Bäcker, Fliesenleger, Floristen, Zahntechniker, Maschinisten sowie Beschäftigte in Gesundheitsberufen und in metallverarbeitenden Betrieben. Viele Betroffene mit Handekzemen sind zumindest vorübergehend arbeitsunfähig, nicht wenige entwickeln ein chronisches Handekzem. Chronische Handekzeme gehören zu den häufigsten gemeldeten Berufserkrankungen. In vielen Fällen hätte sich dies durch frühzeitiges professionelles Eingreifen und Hautschutzmaßnahmen verhindern lassen. Die Berufsgenossenschaften bieten gefährdeten Branchen passende Hautschutz- und Hygienepläne an. Darin wird z. B. Friseurinnen und Friseuren das Tragen von Einmalhandschuhen empfohlen, sowohl beim Haarewaschen und Shampoonieren als auch bei allen Tätigkeiten mit Haarfarbe, Blondierung oder Dauerwellflüssigkeit.

Berufe mit hohem Risiko für Handekzeme

Bäcker, Konditor, Koch: Risiko durch Backmittel, Aromen, Lebensmittel, Gewürze, Konservierungsstoffe, Reinigungsmittel

Bauarbeiter, Maurer, Fliesenleger: Risiko durch Zement, Frischbeton

Florist, Gärtner, landwirtschaftliche Berufe: Risiko durch Pflanzensäfte, Pflanzenschutzmittel, Gummiartikel

Friseur: Risiko durch oxidative Haarfärbemittel, Fixiermittel (Dauerwelle)

Heil- und Pflegeberufe: Risiko durch Desinfektionsmittel, Latexhandschuhe

Holzverarbeitende Berufe: Risiko durch Hölzer, Leime, Beize

Maler, Lackierer, Gipser: Risiko durch Farben, Lacke

Metallgewerbe: Risiko durch Kühlschmierstoffe, Metalle

Reinigungskräfte, Berufe in der Hauswirtschaft: Risiko durch Reinigungs-, Desinfektionsmittel, Gummihandschuhe

Informationen zu berufsbedingten Hauterkrankungen, zu Schutz- und Pflegemaßnahmen finden Sie auf der Kampagnenseite des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD), der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD): www.haut-und-job.de

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